Herbstzeit - Achtung Wildwechsel

veröffentlicht am in Tipps & Wissenswertes

Achtung, Gefahr von Wildunfällen!

Im Herbst fallen Blätter und Baumfrüchte wie Eicheln, Kastanien, Bucheckern und viele andere Früchte zu Boden – eine willkommene Nahrungsquelle für das Wild. Die Tiere sind deshalb besonders aktiv und häufig in der Dämmerung auf Futtersuche. Dadurch sind Rehe, Hirsche und Wildschweine vermehrt an Straßenrändern oder sogar auf der Fahrbahn anzutreffen. Gleichzeitig beginnt für viele Menschen der Berufs- und Feierabendverkehr genau in diesen Stunden. Wenn dann die Zeitumstellung beginnt, kommt ein weiterer Faktor hinzu: Berufs- und Feierabendverkehr finden eine Stunde früher statt und überschneiden sich dadurch noch häufiger mit den Aktivitätszeiten der Wildtiere. Das Risiko für Wildunfälle steigt.

Umweltverbände und Jagdverband gehen davon aus, dass jedes Jahr rund 250.000 Rehe, Hirsche und Wildschweine sowie unzählige kleinere Tiere auf Deutschlands Straßen überfahren werden. Für uns Menschen ist Mobilität gerade im ländlichen Raum unverzichtbar – für Wildtiere können Straßen jedoch jederzeit zur tödlichen Gefahr werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) registriert die meisten Wildunfälle im Herbst sowie rund um die Zeitumstellung.

Wildunfälle vermeiden:

  • Im Herbst beim Autofahren besonders achtsam sein, um Zusammenstöße zu vermeiden und immer bremsbereit sein.
  • Warnschilder ernst nehmen und das Fahrverhalten dementsprechend anpassen und vorsichtig fahren.
  • Sich und andere Autofahrer nicht gefährden: nicht ausweichen, das Steuer festhalten, auch im Zweifel bereit zu sein das Tier anzufahren.
  • Taucht Wild am Straßenrand auf: abblenden, hupen und kontrolliert bremsen. Achtung: Rehe, Hirsche und Wildschweine sind meist nicht allein unterwegs. Hier gilt: Wo eines ist sind auch zwei!

Wildunfall – Was soll ich tun?

  • Ist eine Kollision mit einem Wildtier unvermeidbar: Lenkrad gut festhalten und weiterfahren. Unkontrollierte Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben. Auch für andere Verkehrsteilnehmer.
  • Nach einem Unfall: Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle absichern. Eigene Sicherheit beachten! Unfall unverzüglich der Polizei melden – auch wenn das Tier geflüchtet ist. Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen lassen. Das ist wichtig für den Schadensersatzanspruch.
  • Wenn das Tier auf der Straße liegt: Fernhalten und nicht anfassen. Das Tier könnte sich wehren, aggressiv reagieren und dieses stresst das verletzt Tier unnötig. Ein verletztes Tier nicht verfolgen oder gar mitnehmen: Verletzungsgefahr für den Menschen und Todesangst für das Wildtier. Wer sich Wild aneignet, macht sich zudem der Wilderei schuldig, Strafanzeige droht.
  • Wenn das Tier weggelaufen ist: Die Richtung merken. Das ist wichtig für die Polizei und für den zuständigen Förster oder Jagdpächter. Im Zweifel kann das Tier noch gerettet und versorgt werden oder muss erlöst werden.

Mehr dazu: Wildtier in Not?

Tier in Not: Was kann ich tun?

Wildtiere - was tun im Notfall?

Sollten Sie auf ein Wildtier, z.B. Reh, Fuchs oder Ähnliches, treffen, das augenscheinlich krank oder verletzt ist, informieren Sie bitte den für das Gebiet zuständigen Jagdpächter. Sie können auch die zuständige Polizeidienststelle (Tel.: 110) kontaktieren und den jeweiligen Jagdpächter ermitteln lassen. Bitte niemals ein Wildtier anfassen und mitnehmen. Das Tier könnte aus Angst beißen. Tierbisse sind auch ohne Tollwut sehr infektiös. Darüber hinaus könnte eine Anzeige wegen Wilderei auf Sie zukommen.

Wichtige Telefonnummern:

Polizei: 110

Feuerwehr: 112

TERRA MATER e.V. Mobile Tierrettung 24/7: 0170-31 57 618

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