Wissen schützt!

Das sagt unsere Tierschutzpartnerin, Linda Christof, zum Thema Sachkundeprüfung für Hundehalter*innen:

"Bei uns in Niedersachsen ist im Jahr 2011 eine Sachkundeprüfung für Hundehalter eingeführt worden. Gleichzeitig gibt es die Verpflichtung seinen Hund chippen und registrieren zu lassen. Um eventuelle Schäden, die ein Hund verursachen könnte, begleichen zu können, ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung vorgeschrieben.

Das sind ein paar wohlüberlegte Schritte in die richtige Richtung. Je mehr ein Halter über sein Tier weiß, desto besser kann er schwierige oder gefährliche Situationen von vorne herein vermeiden, dadurch werden nicht nur andere Menschen geschützt, sondern vor allem auch die Hunde selbst und am Ende auch das Ansehen des Hundes in der Öffentlichkeit.

Die Sachkundeprüfung für Hundehalter (auch Hundeführerschein genannt) besteht aus einem theoretischen Teil, den der Halter vor Anschaffung eines Hundes bestanden haben muss und einem praktischen Teil, den er innerhalb des ersten halben Jahres nach Anschaffung des Hundes ablegen muss.

Die Prüfung ist keine Hexerei, mit ein wenig Vorbereitung kann sie jeder bestehen. Wer sich auf die Prüfung vorbereitet erwirbt Basiswissen über eine Spezies, die uns im Sozialverhalten zwar teilweise überraschend ähnlich ist, aber dennoch in manchen Punkten ganz anders tickt als wir. Die Übereinstimmungen und die Unterschiede zu kennen ist kostbar. Und auch zu lernen, welche ureigensten Bedürfnisse das vierbeinige Familienmitglied mitbringt, finde ich enorm wichtig, denn tatsächlich lebt der Hund ja nicht nur zu unserem Vergnügen.

Wenn ich in der Zeit leben würde, als das Wünschen noch geholfen hat, dann würde ich mir eine solche Sachkundeprüfung auch für alle anderen Tierarten wünschen, die in menschlicher Obhut gehalten werden.

Wie viele Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster versterben alljährlich wohl in deutschen Kinderzimmern, weil die Halter Null oder weniger Ahnung von den Bedürfnissen ihrer Schützlinge haben (angefangen bei der Ernährung, von den Bedürfnissen in Hinblick auf artgerechte Beschäftigung und Sozialverhalten mal ganz zu schweigen...) Noch schlimmer trifft es die "Billigtiere" wie z.B. Guppys oder Neonsalmler im Aquarium, die an den Folgen mangelhafter Haltung frühzeitig verenden und ohne die geringste Ursachenforschung einfach nachgekauft werden.

Die Ziervögel in Käfighaltung, die ständig Untertemperatur haben, weil sie keinen Raum zum Fliegen haben, dafür aber als Schwarmvögel einzeln gehalten werden, damit sie besser zahm werden und sprechen lernen... Und die exotischen Echsen, Schlangen und sonstigen Reptilien, die zu Schleuderpreisen zu haben sind, weshalb das vielfach teurere Zubehör dann vielfach einfach weggelassen wird...

Teilweise ist es Ignoranz der Halter oder Geiz, die zu diesen Negativhaltungen führen. Oftmals ist es aber einfach nur Unwissenheit, die einem Tier ein schlechtes Leben innerhalb einer Menschenfamilie beschert. Die wenigsten Menschen tun absichtlich Dinge, von denen sie wissen, dass sie einem anderen Wesen schaden. Wissen schützt! Deshalb dränge ich überall immer wieder darauf verpflichtende Sachkundeprüfungen für alle Tierarten in Menschenhand einzuführen."

TERRA MATER und seine Tierschutzpartner

Aktiver Tierschutz bundesweit

Wir retten, versorgen, vermitteln und wildern wieder aus. Jährlich bis zu 1500 Tiere in unserer Tierauffangstation in Lustadt und mehr als 10.000 Tiere in und über unser bundesweites Tierschutz-Netzwerk. Außerdem versorgen wir rund 130 Reptilien, die als Dauergäste in unserer Reptilienauffangstation in Graben-Neudorf und bis zu 200 Tiere zurzeit in unserer Tierauffangstation in Lustadt.

Uns ist die Aufklärung wichtig: Wie geht artgerechte Tierhaltung und was fördert das Wohlbefinden der Tiere? Wir unterstützen unsere Partnerstationen finanziell und auch bei der Ausbildung von professionellen Tierpfleger*innen.

Unser Verein finanziert sich ausschließlich über die Beiträge der Mitglieder sowie durch Spenden. Wir sind eine gemeinnützige, unabhängige Tierschutz-Organisation. Wir erhalten keine öffentlichen Zuschüsse und sind daher auf Spenden engagierter Menschen angewiesen.

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