Wildtiere und Azubis

Tierschutzarbeit, Aufklärung, Prävention und Liebe zu den Tieren

Und wieder Interessantes aus unserem AZUBI-Netzwerk. Diesmal von Vanessa Gensicke.

Vanessa ist waschechte Berlinerin, 27 Jahre alt und lebt heute in Potsdam.

An Vanessas Werdegang kann man gut erkennen, warum wir, TERRA MATER, unsere Tierschutzpartner unterstützen und Ausbildungsplätze finanzieren. Auch hierbei geht es ganz klar um Tierschutzarbeit, Aufklärung, Prävention und Leidenschaft.

Hier ist Vanessas Geschichte:

„Nach meinem Abitur wollte ich gern ein Jahr Auszeit nehmen bevor ich mit dem Studium beginne. Also fing ich im September 2012 ein freiwilliges ökologisches Jahr in dem Verein „Wald- Jagd- Naturerlebnis e.V.“ an und arbeitete dort ein Jahr im Waldhaus Großer Ravensberg. Zu meinen Hauptaufgaben gehörte die Umweltpädagogik. Ich brachte vor allem Kindern ab 5 Jahren etwas über die Tiere und Pflanzen im Wald bei. Diese Arbeit machte mir sehr viel Spaß. Ich lernte in dem Jahr aber auch die Greifvögel vom Falkenhof kennen. Zum Ende meines freiwilligen ökologischen Jahres entschied ich mich gegen ein Studium und machte eine Ausbildung zum Tierpfleger der Fachrichtung Tierheim und Tierpension auf dem Falkenhof. Spätestens während meiner Ausbildung habe ich dann mein gesamtes Herz an den Verein verloren.

In der Ausbildung hatte ich auch die Möglichkeit, ein Praktikum in der TERRA MATER Tierauffangstation in Lustadt zu machen. In dieser Zeit habe ich nicht nur viel gelernt und sehr tolle Menschen kennengelernt, sondern ich fand dort auch meine Seelenkatze Mia. Sie war eine langhaarige Fundkatze und noch relativ jung. Ich wunderte mich warum keiner diese kleine Maus vermisst. Als sie dann bei mir einzog stellte sich schnell heraus, dass sie eine extreme Futtermittelunverträglichkeit hat. Nach dem alles Medizinische geklärt war und sie nun spezielles Futter und BARF bekommt, zog noch ihre neue Freundin June ein. Auch eine Katze aus dem Tierschutz. Die beiden leben jetzt seit einigen Jahren bei mir und sind ein Herz und eine Seele.

Nach dem ich meine Ausbildung mit Auszeichnung bestanden hatte, begann ich mein Studium der Agrarwissenschaften und Biologie auf Lehramt. Ich hatte mir vorgenommen Berufsschullehrer zu werden und dann später Tierpfleger in der Berufsschule zu unterrichten.

Dieser Wunsch wurde jedoch während des Studiums immer kleiner und so merkte ich vor einigen Monaten, dass es doch nicht das ist, was ich mein Leben lang machen möchte.

In den drei Jahren Studium arbeitete ich nebenbei ehrenamtlich auf dem Falkenhof und in der Waldschule. Ich konnte einfach von diesem tollen Konzept und den Tieren nicht loslassen.

Als ich endgültig den Beschluss fasste, mein Studium zu beenden brauchte ich natürlich eine Alternative, um wieder Geld zu verdienen. Es war genau der richtige Moment, denn der Wald- Jagd- Naturerlebnis e.V. suchte jemanden als festen Mitarbeiter für die Waldschule und den Falkenhof. Da ich beide Bereiche schon kannte, wusste ich: das ist meine Chance!

Nun bin ich seit dem 01.09.2019 wieder festangestellt und arbeite sowohl mit den Kindern in der Waldschule als auch mit den Greifvögeln auf dem Falkenhof.

Es ist großartig, wenn die Kitakinder, die einmal im Monat zu uns kommen, mich wiedererkennen und neugierig fragen, über welches Thema wir heute reden wollen. Oder wenn sie mir etwas über ein Eichhörnchen erzählen, dass sie beobachtet haben und dann alles erzählen, was sie schon wissen, da es beim letzten Mal unser Thema war.

Auch auf dem Falkenhof erfüllt mich die Arbeit jeden Tag. Kein Tag ist wie der andere. Die Arbeit und das Training mit den Greifvögeln macht so viel Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Man baut eine Beziehung zu jedem einzelnen Vogel auf, es sind nun mal Individuen mit einem eigenen Charakter und für mich genauso wichtig wie meine eigenen Tiere.

Dazu kommen dann noch die Tiere aus der Wildtierauffangstation. Das beste Gefühl ist einfach, wenn man ein Wildtier pflegt und dann wieder auswildern kann.

Vor allem bei den Schreiadlern stecke ich immer besonders viel Herzblut rein, obwohl die Schreiadlerzeit genau in unsere Hochsaison ist. Wir ziehen jedes Jahr Schreiadlerküken auf, die dann wieder ausgewildert werden. Damit sie aber Menschen nicht mit Futter verbinden, laufen wir dann oft mit einer Adlermaske und einem Umhang über den Hof. Für viele Gäste ist das - glaube ich - ein lustiges Bild, aber die Arbeit ist sehr wichtig für die Population.

Wenn dann am Wochenende, nach unserem Greifvogelprogramm noch Gäste auf uns zu kommen und sich bei uns bedanken für die ganze Arbeit, die wir leisten und das immer mit einem Lächeln, viel Freude und Überzeugung, dann ist das der beste Dank.

In den sieben Jahren, die ich für den Verein gearbeitet habe, egal ob nun als Auszubildende, Ehrenamtliche oder nun als feste Mitarbeiterin ist so viel passiert. Ich habe nicht nur viel neues Wissen erlangt, sondern habe mich auch persönlich weiterentwickelt.

Ich bin für jeden dieser Abschnitte in meinem Leben dankbar und freue mich auf ganz viele weitere Jahre mit dem Wald- Jagd- Naturerlebnis e.V. „

Vielen Dank Vanessa für Deinen spannenden und ehrlichen Bericht. Wir wünschen Dir weiterhin so viel Begeisterung und Freude an Deinem Beruf. Genau diese Menschen brauchen wir im Tier- und Umweltschutz!

Über den Falkenhof

Der TERRA MATER-Tierschutzpartner Wald-Jagd-Naturerlebnis e.V., macht mit Hilfe von gezielter Waldpädagogik Natur für Groß und Klein erlebbar.

Zum Vereinsgelände gehören der Falkenhof, inmitten des Landschaftsschutzgebietes Ravensberg, sowie das Waldhaus Großer Ravensberg.

In die angeschlossene Wildtierauffangstation werden kranke oder verletzte Wildtiere gebracht. Viele Tiere wie Eichhörnchen oder Kernbeißer sind geschützte Arten. Sie werden hier tierärztlich versorgt und bis zu ihrer Wiederauswilderung gepflegt.

Vor allem hat sich der Verein dem Artenschutz der Greifvögel verschrieben, zum Beispiel mit der Handaufzucht von Schreiadlern und Steinkäuzchen.

Aktuelles Projekt: Natur- Lehrprojekt in Potsdam.

TERRA MATER und seine Tierschutzpartner

Aktiver Tierschutz bundesweit

Wir retten, versorgen, vermitteln und wildern wieder aus. Jährlich bis zu 1500 Tiere in unserer Tierauffangstation in Lustadt und mehr als 10.000 Tiere in und über unser bundesweites Tierschutz-Netzwerk. Außerdem versorgen wir rund 130 Reptilien, die als Dauergäste in unserer Reptilienauffangstation in Graben-Neudorf und bis zu 200 Tiere zurzeit in unserer Tierauffangstation in Lustadt.

Uns ist die Aufklärung wichtig: Wie geht artgerechte Tierhaltung und was fördert das Wohlbefinden der Tiere? Wir unterstützen unsere Partnerstationen finanziell und auch bei der Ausbildung von professionellen Tierpfleger*innen.

Unser Verein finanziert sich ausschließlich über die Beiträge der Mitglieder sowie durch Spenden. Wir sind eine gemeinnützige, unabhängige Tierschutz-Organisation. Wir erhalten keine öffentlichen Zuschüsse und sind daher auf Spenden engagierter Menschen angewiesen.

TERRA MATER e.V. | Azubis bundesweit

Pflegen, füttern, putzen

Die Ausbildung zum/zur Tierpfleger*in dauert in der Regel drei Jahre. Gelernt wird abwechselnd in der Berufsschule und im Betrieb. TERRA MATER unterstützt verschiedene TM-Partnerstationen dabei angehende Tierpfleger*innen auszubilden.

Mit Herz dabei und mit Liebe zum Tier kann eine/ein ausgebildete/r Tierpfleger*in durchaus die Karriereleiter erklimmen. Tierpfleger*innen können nach 6jähriger Berufserfahrung den Meister machen und durchaus als Revierleiter*in oder Zooinspektor*in arbeiten, welche/r für den gesamten Zoo zuständig ist sowie für betrieblichen Abläufe. Außerdem können sich Zoo-Tierpfleger*innen selbstständig machen und eine Tierpension eröffnen. Tierpfleger*innen brauchen Geduld und Einfühlungsvermögen und dürfen dabei auch nicht zimperlich sein.

Um Tierpfleger*in zu werden, ist kein bestimmter Schulabschluss nötig. Rechnen können ist wichtig, um z.B. die Fläche für ein Gehege oder die Nahrungsmenge zu ermitteln. Auch Englisch ist wichtig, denn Zoo-Tierpfleger*innen tauschen sich mit Zoos weltweit aus.

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