Reptilien sind keine Kuscheltiere

TERRA MATER e.V. Tierschutz-Partner Reptilienauffangstation Döbrichau.

Fernando Richter und seine Familie nehmen in ihrer Reptilienauffangstation Tiere auf, kümmern sich um sie und die Weitervermittlung, ein Tierheim für Reptilien. Seit drei Jahren schenken er und seine Frau Sandra heimatlosen Tieren dort übergangsweise oder sogar langfristig ein neues zu Hause. An die 300 haben sie seit der Eröffnung der Station schon aufgenommen: von Vogelspinnen und Skorpionen über Echsen und Schlangen bis hin zu Krokodilen und Alligatoren. „Die Besitzer können sie kostenlos bei uns abgeben. Wir kümmern uns um die Tiere und versuchen, sie nach einer dreiwöchigen Quarantänezeit in liebevolle Hände weiter zu geben. Manchmal haben wir sogar die Möglichkeit, sie in unserem Zoo selbst weiterzuversorgen“, sagt Fernando Richter.

Der gelernte Tierpfleger betreibt mit seiner Familie die „Welt der Reptilien“ in Döbrichau (Sachsen). Alle Tiere werden von der Familie Richter versorgt. Unterstützt werden sie dabei von TERRA MATER e.V. sowie vom Veterinäramt in Torgau. Es ist viel Arbeit und der finanzielle Aufwand ist sehr hoch. Kosten für tierärztliche Behandlungen, Medikamente Kotproben, Futter sowie den Strom und Unterbringung fallen ständig an. Darüber hinaus wird die Station immer größer.

Ein Ziel von TERRA MATER e.V. und seinem Partner in Döbrichau ist es, den Menschen die Probleme des Tier- und Artenschutzes in Bezug auf die Haltung von Reptilien als Haustier bewusster zu machen und sie darüber rundum aufklären. „Immer mehr Reptilien werden von ihren Besitzern als Haustiere nicht artgerecht gehalten. Sie sind mit dieser Aufgabe oft überfordert. Es kommt daher auch nicht allzu selten vor, dass die Tiere einfach vor unserer Tür abgelegt werden.“, so Fernando.

Es können schon Mal bis zu 60 Reptilien pro Monat den Weg in die Auffangstation finden. Darüber hinaus liegen uns, TERRA MATER und auch der Reptilienstation in Döbrichau, regelmäßig Anfragen von Polizeibehörden oder dem Zoll vor. „Ich erinnere mich noch an einen Fall, bei dem wir auf einen Schlag ungefähr 50 Vogelspinnen bekommen hatten. Die befanden sich in einem Paket bei DHL in Leipzig und wurden schließlich allesamt zu uns gebracht“, beschreibt Fernando Richter.

Bei einer solch großen Anzahl und Vielfalt an Tieren bleibt es nicht aus, dass Fernando schon mal gebissen oder gestochen wird. Natürlich sind alle erforderlichen Maßnahmen getroffen und eine große Gefahr besteht nicht. Allerdings darf man nie den Respekt im Umgang mit den Tieren verlieren. Reptilien sind eine sehr faszinierende und schützenswerte Tiergattung, auch wenn sie auf Menschen oft fremdartiger und bedrohlicher als andere wirken.

Man fragt sich, warum Menschen Reptilien und exotische Tiere in kleinen Terrarien und Käfigen halten!? Die Reptilien, die in unseren Tierauffangstationen landen stammen fast ausschließlich aus Beschlagnahmungen, weil die Halter nicht mehr in der Lage waren diese Tiere zu halten oder zu versorgen. Von artgerechter Haltung ist fast nie die Rede. Auf sog. Reptilienbörsen können Menschen junge Reptilien, wie Schlangen, Leguane und noch viele mehr oft für kleines Geld erwerben. Eine Schlange ist dann vielleicht gerade mal 20 cm lang. Und nach einigen Jahren auf 3 bis 5 Meter angewachsen.

In unserer Reptilienauffangstation und bei unserem Partner der Reptilienauffangstation in Döbrichau leben Exoten und Reptilien, die nicht nur weit über 70 Jahre werden können, sie sind auch auf eine besondere Pflege und Haltung angewiesen.

TERRA MATER muss sich täglich damit auseinandersetzen, wie die Kosten für Rettung, Versorgung, Unterbringung und auch die Aufklärungs- und Präventionsarbeit gedeckt werden können.

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