Halt, stopp!

BITTE - Hände weg von Jungtieren!

Brut- und Setzzeit hat begonnen

Auch in diesem Frühjahr wurden bereits die ersten Jungtiere abgegeben. Falsche Fürsorge des Menschen wird oft sogar zur potenziellen Gefahr, denn nachdem die ursprünglich geruchsneutralen jungen Hasen von Menschen angefasst wurden, können sie von Fressfeinden gewittert werden.

Dies sollte aber unbedingt vermieden werden – die Tiere wurden nicht verstoßen. Das Muttertier kommt nur für wenige Minuten in der Nacht vorbei, um seine Jungen zu säugen. Den Rest der Zeit sind die Jungen auf sich gestellt. Durch ihr ruhiges Verhalten und ihre Fellfarbe sind sie ausreichend getarnt. Auch dass ein Jungtier allein ohne seine Geschwister in einer muldenförmigen sogenannten "Sasse" sitzt, ist vollkommen normal. Oftmals trennen sich die Kleinen wenige Tage nach der Geburt und verteilen sich auf mehrere Sassen, um so die Überlebenschancen zu erhöhen.

Generell gilt also: „Hände weg von Jungtieren!“ Feldhasenbabys sind nur dann auf menschliche Hilfe angewiesen, wenn sie von einer Katze, einem Hund oder von Krähen attackiert werden. In diesem Fall ist immer eine tierärztliche Versorgung notwendig. Bitte versuchen Sie keinesfalls auf eigene Faust ein Tier zu füttern oder aufzuziehen! Sie setzen damit das Leben des Tieres aufs Spiel. Die Aufzucht von Feldhasen gehört nur in Expertenhände!

Sollten Finder unsicher sein, ob ein junger Hase Hilfe benötigt, können sie den zuständigen Jäger anrufen und informieren.

Wir haben Azubi Finnja von unserer Partnerstation, dem Wildtier- und Artenschutzzentrum Hamburg/Elmshorn, gefragt, wie es in dieser Zeit abläuft:

Finnja ist mittlerweile im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Zootierpflegerin im Wildtier- und Artenschutzzentrum. „Was besonders an dieser Arbeit ist, ist die Hochsaison, also die Zeit, zwischen Frühjahr und Herbst, in der die meisten Tiere ihre Jungen zur Welt bringen. Jedes Jahr verwaisen mehr und mehr Jungtiere aus zivilisatorischen Gründen, zumeist, weil den Elterntieren etwas zugestoßen ist,“ sagt Finnja.

Der Startschuss der Brut- und Setzzeit ist schon gefallen. Besorgte Bürger*innen wenden sich an örtliche Tierheime, da sie „vermeintlich“ hilfebedürftige Jungtiere finden. Doch bitte: „Hände weg von Jungtieren!“ Feldhasenbabys sind nur dann auf menschliche Hilfe angewiesen, wenn sie von einer Katze, einem Hund oder von Krähen attackiert werden. Bitte denken Sie auch daran Ihre Hunde beim Gassigehen anzuleinen und fahren Sie besonders aufmerksam in der Dämmerung, da wir momentan sehr viel Wildwechsel haben.

„Wir bekommen täglich mehr Anrufe bezüglich vermeintlich verwaister Jungtiere. Am Telefon versuchen wir uns die Situation, in der das Jungtier ist, zu verbildlichen und zu beurteilen, ob es Hilfe benötigen könnte oder nicht, was auf diesem Wege natürlich nicht immer so einfach ist. Was dabei sehr wichtig ist, sofern das Jungtier nicht offensichtlich verletzt ist, ist die Situation möglichst über einen längeren Zeitraum, am besten einige Stunden zu beobachten, um zu sehen, ob es wirklich hilfsbedürftig ist. Bei Nestflüchtern wie Feldhasen neigt man gerne dazu, zu schnell zu handeln, denn die Jungen sind schon ab kurz nach der Geburt den größten Teil des Tages alleine und wirken verlassen. Das ist aber ganz normal, denn um ihre Jungen vor Fressfeinden zu schützen, setzen sie diese auf dem Feld in einer Sasse ab, "sagen" dem kleinen "bleib unter allen Umständen hier, ich komme später wieder" und besuchen es dann nur weniger Male am Tag.

Ende Februar bereits wurde uns der erste kleine Feldhasen mit seinem Geschwisterchen gebracht. Beide waren von angeleinten Hunden gewildert, also gejagt und angegriffen. Das Geschwisterchen ist noch am selben Tag gestorben. Dieser kleine Kerl macht sich mittlerweile aber richtig gut und ist in diesen Tagen zu unseren anderen Hasen gezogen. Wenn er fit genug ist werden wir ich ihn natürlich wieder auswildern, wie auch die anderen Wildtiere. “

Danke Finnja! :o)

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Wir retten, versorgen, vermitteln und wildern wieder aus. Täglich versorgen wir bis zu 500 Tiere auf unseren Stationen. Jährlich nehmen wir bis zu 1.000 Tiere auf unseren eigenen Tierauffangstationen in Lustadt, Graben-Neudorf und Guben auf und mehr als 10.000 Tiere in und über unser bundesweites Tierschutz-Netzwerk.
Uns ist die Aufklärung wichtig: Wie geht artgerechte Tierhaltung und was fördert das Wohlbefinden der Tiere? Wir unterstützen unsere Partnerstationen finanziell und auch bei der Ausbildung von professionellen Tierpfleger*innen. Die Ausbildung zum/zur Tierpfleger*innen dauert in der Regel drei Jahre. Gelernt wird abwechselnd in der Berufsschule und im Betrieb. Die TERRA MATER Azubis besuchen die verschiedenen TM-Partnerstationen, da die unterschiedlichen Tierbestände ihre Ausbildung noch fundierter machen. Mit Herz dabei und mit Liebe zum Tier können ausgebildete Tierpfleger*innen durchaus die Karriereleiter erklimmen. Ein Tierpfleger kann nach 6jähriger Berufserfahrung seinen Meister machen.

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