Finnja und die Waschbären im Norden

Wildtiere sind nicht immer "wilde Tiere"

Hallo,

ich heiße Finnja und mache eine Ausbildung zur Zootierpflegerin im Wildtier- und Artenschutzzentrum, dem Tierschutz-Partner von TERRA MATER. Was besonders an dieser Arbeit ist, ist die Hochsaison, also die Zeit, zwischen Frühjahr und Herbst, in der die meisten Tiere ihre Jungen zur Welt bringen.

Jedes Jahr verwaisen mehr und mehr Jungtiere aus zivilisatorischen Gründen, zumeist weil den Elterntieren etwas zugestoßen ist. Diese kommen dann zu uns und wir geben alles, um sie großzuziehen und auf ein eigenständiges Leben in freier Wildbahn wieder vorzubereiten.

In diesem Jahr habe ich mich zusätzlich zu dem normalen Trubel in der Hochsaison um einige unserer verwaisten Waschbärwelpen gekümmert. Waschbären gehören zu den invasiven Arten und dürfen nicht mehr ausgewildert werden, weil sie eine Gefahr für unsere heimische Artenvielfalt darstellen. Trotzdem wollen wir diesen hilflosen Geschöpfen eine zweite Chance geben, wenn sie zu uns kommen und damit sie, trotz Gefangenschaft, ein angenehmes Leben haben, bemühen wir uns, sie von Anfang an zahm zu halten. So sind sie dann gerne mit uns Menschen zusammen und wir können leichter mit ihnen umgehen, wenn zum Beispiel Untersuchungen oder ähnliches anstehen. Das bedeutet aber auch, dass die Jungtiere in den ersten Lebenswochen mit nach Hause genommen und ständig betüdelt werden müssen.

Je nachdem wie jung und geschwächt die Waschbären zu uns kommen, müssen sie auch noch in der Nacht mit Milch gefüttert werden. Mit der Zeit verteilt sich das dann auf einige Male am Tag. Das ist auf jeden Fall eine schöne Aufgabe, die viel Freude bereitet aber auch sehr anstrengend und stressig ist. Da freut man sich dann doch, wenn man nach 10 Wochen mal wieder in Ruhe die Nacht durchschlafen kann. Zudem brauchen die Waschbären, so zahm wie sie auch sind, trotz allem Artgenossen zum Spielen und Toben und zum Sozialisieren, sonst kann es ganz schnell mal passieren, dass ein einzelner doch zickig wird. Dann sind die Waschbären in der Regel auch noch nicht sofort vermittelt und man hat neben der Versorgung weiterhin die Gelegenheit sich mit ihnen zu beschäftigen, sich Spielzeug und ähnliches für sie auszudenken oder sie einfach mal durchzukuscheln, damit der Kontakt zum Menschen auch weiterhin Routine für die kleinen Räuber bleibt.

Ich wünsche Euch einen angenehmen Herbst und bleibt alle gesund !

Eure Finnja

 

TERRA MATER e.V. | Azubis bundesweit

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Wir retten, versorgen, vermitteln und wildern wieder aus. Täglich versorgen wir bis zu 500 Tiere auf unseren Stationen. Jährlich nehmen wir bis zu 1.000 Tiere auf unseren eigenen Tierauffangstationen in Lustadt, Graben-Neudorf und Guben auf und mehr als 10.000 Tiere in und über unser bundesweites Tierschutz-Netzwerk.
Uns ist die Aufklärung wichtig: Wie geht artgerechte Tierhaltung und was fördert das Wohlbefinden der Tiere? Wir unterstützen unsere Partnerstationen finanziell und auch bei der Ausbildung von professionellen Tierpfleger*innen. Die Ausbildung zum/zur Tierpfleger*innen dauert in der Regel drei Jahre. Gelernt wird abwechselnd in der Berufsschule und im Betrieb. Die TERRA MATER Azubis besuchen die verschiedenen TM-Partnerstationen, da die unterschiedlichen Tierbestände ihre Ausbildung noch fundierter machen. Mit Herz dabei und mit Liebe zum Tier können ausgebildete Tierpfleger*innen durchaus die Karriereleiter erklimmen. Ein Tierpfleger kann nach 6jähriger Berufserfahrung seinen Meister machen.

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