Waldorf und Statler oder die Nadel im Heu

Wie es unserem Sorgenkind, dem Pony Pepe, nach seiner unvorhergesehenen Vermittlung (TM berichtete im Dezember) im neuen Zuhause geht, schildert uns seine neue Besitzerin: "Ich suchte ein Beistellpferd. Dringend. Nach Tagen der Recherche im Internet hatte ich ihn gefunden: Pepe, der kleine Fuchs mit dem Araberköpfchen. Eine nächtliche E-Mail an den Tierschutzhof Geißblatt, ein Telefonat und Stunden später standen wir uns gegenüber. Ob das gut gehen wird? Werden mein alter Traber und das Pony Freunde werden? Ich hatte kaum Zeit zum Grübeln, denn ich musste handeln. Der Anblick meines alten Pferdes zerriss mich, denn durch den Tod seines Freundes Bifi hatte er jegliche Lebensfreude verloren. Es schien, als ob er abschließen wolle. Wir bemühten uns sehr und hofften, dass Pepe das Blatt würde wenden können. Tagelang sah es nicht danach aus, aber dann, ganz langsam, kam wieder etwas Leben in meinen Moose. Er fing ein wenig an zu fressen und folgte Pepe auch in den Stall. Es war ein mühsamer Weg, aber wir haben ihn bewältigt. Mittlerweile, drei Monate später, habe ich meinen Traber in alter Form wieder und ein Pony, das mich immer grimmig anschaut. "Pepe le pew", so heißt er jetzt. Wenn die beiden Rentner abends in ihrem Offenstall so dicht beieinander stehen und gemeinsam in die Welt hinausschauen, dann erinnern sie mich doch sehr an die granteligen Herren aus der Muppet Show. Was sie wohl denken mögen? Moose und Pepe haben ihren speziellen Weg zueinander gefunden. Sie akzeptieren sich, aber Liebe auf den ersten Blick war es bei den beiden nicht. Vielleicht ist das bei alten Herren so. Dennoch mag nie einer ohne den anderen sein und das Trabertier (mittlerweile 33 Jahre alt) zeigt mir, dass sein Leben wieder lebenswert ist. Auch Pepe macht sehr deutlich, wann er etwas nicht mag. Damit kann ich leben. Ich wünsche mir, dass er noch genug Zeit haben wird, um zu verstehen, dass er jetzt nichts mehr verteidigen muss.Objektiv gesehen habe ich an meinen Tieren keinen „Nutzen“, denn sie sind nicht reitbar. Sie sind alt, sie sind speziell und sie kosten. Doch ich liebe meine Pferde, weil sie einfach da sind. Gehen wir achtsam mit ihnen um, denn sie geben uns so unendlich viel. Dazu gehören auch kleine Geschenke wie ein erstes Wiehern zur Begrüßung..."

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