Tödliche Gefahrenquelle: Stacheldraht

Foto: C. Erdmann

Erst kürzlich wieder verunglückte ein erwachsener Uhu aus dem Liehter Moor (Kreis Pinneberg) im Stacheldraht. Immer wieder erleiden Wildvögel, Fledermäuse und Säuger schwerste Verletzungen durch Stacheldraht, der zur Weideeinzäunung aufgestellt wird. Unser Kooperationspartner Christian Erdmann, Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein, ärgert sich über die immer häufiger werdenden Unfälle. Sein Unverständnis gilt all jenen Menschen, die unbedacht und verantwortungslos handeln. "Die Wildvögel erkennen das tödliche Hindernis Stacheldraht meist viel zu spät. Ganz schlimm ist es, wenn der Stacheldraht noch verbotener Weise an einem Weidezaungerät angeschlossen ist. Ohne Hilfe kommen die Vögel dann nicht aus dem Draht wieder frei", erläutert der Wildtierexperte und Stationsleiter Erdmann. Die Tiere müssen qualvoll im Draht verenden, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden werden. Das Uhumännchen hatte Glück im Unglück. Es wurde von einem Landwirt entdeckt und aus dem Zaun geschnitten. Ein wenig Hoffnung für die Zukunft, dass die Menschen aufmerksamer durch die Natur laufen, gibt es also doch noch. Momentan erholt sich der Uhu nun nach tierärztlicher Behandlung von seinen schweren Verletzungen. Für Christian Erdmann ist unklar, ob dieses Uhumännchen ein brütendes Weibchen mit Futter versorgen müsste. Erfahrungsgemäß brüten Uhus in diesen Wochen. Fest steht jedoch, dass das Uhumännchen für diese Saison ausfällt. Erdmanns Appell an alle Landwirte ist ebenso klar: "Bitte denken Sie daran, dass Sie den nicht mehr benötigten Stacheldraht aus der Landschaft entfernen!"

Zurück