Nordsee ist Mordsee

Dieser erst zweijährige Basstölpel irrte zwei Tage zwischen St. Peter-Ording und dem Meldorfer Speicherkoog umher. Um seinen Schnabel waren Fischernetzreste und Schnüre verheddert. Mit dieser Last konnte der Tölpel, der im Stoßtauchen Fische fängt, natürlich der Nahrungssuche nicht folgen. In St. Peter-Ording wurde der Vogel von den Findern in die Düne gesetzt um zu verhindern das die vielen Touristen sich den geschwächten Hochseevogel angucken. Leider wurden wir nicht über den Standort informiert, so dass unsere Suchaktion nach zwei Tagen abgeblasen wurde.Der zuständige Seehundjäger erklärte uns das er den Vogel ein Kilometer weit fliegen sehen hat. Aber keine Information zu dem Netz am Schnabel. Gestern dann ein Anruf vom Tierheim Tensbüttel. Ein Finder sah den Tölpel unweit des Meldorfer Speicherkoogs. Wir fuhren sofort dorthin und konnten den Tölpel einfangen. Sehr geschwächt durch fehlende Nahrungsaufnahme ließ er sich seine unfreiwillige Ballast vom Schnabel entfernen. Nun muss er bei Hering satt im Pool zu Kräften kommen um dann wieder in die Nordsee entlassen zu werden.Schon als Küken leiden die Felsenbrüter unter dem Müll der Fischerei. Hier bauen Basstölpeleltern die Nester auch mit Netzen und Schnüren die auf der Wasseroberfläche treiben. So mancher Jungvogel stirb im Nest weil seine Füße in dem Müll hängen bleiben. Das kann man jetzt gut beobachten auf der Insel Helgoland. Hier brüten die einzigen Basstölpel in Deutschland.

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