Nordamerikanische Kornnatter auf Abwegen

Für die einen beginnt in den Sommerferien die Zeit der Entspannung. Tierschützer geraten dann oft ins Schwitzen – und das nicht durch die Urlaubssonne! Christian und Katharina Erdmann, Leiter der Wildtierstation Hamburg, können ein Lied davon singen. So riefen zu Beginn der diesjährigen Sommerferien aufgeregte Bürger in der Station im Schleswig-Holsteinischen Sparrieshoop an, weil eine offenbar nicht heimische Schlange durch ihren Garten schlängelte. Christian Erdmann kennt diese Anrufe. „Leider kann sich jeder ohne Sachkundenachweis exotische Tiere ins Haus holen. Sie sind günstig, kosten im Unterhalt weniger als ein Hund. Wenn es dann in den Urlaub geht, werden die Exoten einfach ausgesetzt“, erklärt er. „In diesem Fall handelte es sich um eine nordamerikanische Kornnatter. Schön für uns war, dass die Finder die Schlange bereits eingefangen hatten.“ Die häusliche Unterbringung von Exoten ist in Schleswig-Holstein gesetzlich nicht geregelt. „Die exotischen Haustiere sind ein Problem, dass die Politik lösen muss. Der Tierschutz in dieser Angelegenheit ist Ländersache. Wir als gemeinnützige Einrichtung können dies nicht auch noch übernehmen“, betont Christian Erdmann.

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