Neugeborene Hundewelpen ausgesetzt

Tumpo, Mirja und Elena

Ende Juli dieses Jahres wurden drei Hundewelpen, die Nabelschnüre noch feucht von der kürzlich erfolgten Geburt, in einem Pappkarton ausgesetzt neben einer Mülltonne aufgefunden. Die silbergrauen Babies – zwei Hündinnen und ein Rüde – wurden im Welpenwaisenhaus NRW e.V. in Nettersheim aufgepäppelt. Nachforschungen, wer die Tiere auf so herzlose Weise „entsorgt“ hatte, verliefen – wie leider so oft – ins Leere. Erfreulich war ihr guter Allgemeinzustand: Jedes Hundebaby wog rund 500 Gramm und alle drei entwickelten sich prächtig. Sobald ihr seidiges Fell länger und dichter wurde, stellte sich heraus, dass die Welpen eine gehörige Portion Australien Shepherd in sich tragen, vielleicht sogar reinrassig sind?! Außerfrage steht die Schönheit der Tiere, die durch die Handaufzucht menschenfreundlich, sehr anhänglich und absolut rudeltauglich sind. Als die Hunde alt genug waren und zur Vermittlung vorgestellt wurden, rechneten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Welpenwaisenhauses NRW e.V. daher auch mit einer großen Resonanz. Dass sie allerdings von einer derartigen Anfrage-Flut buchstäblich überrollt wurden, war auch für die erfahrenen Experten überraschend: Alle wollten die goldigen Welpen, die auf die Namen Tumpo, Mirja und Elena getauft wurden! Für die artgerechte Haltung dieser anspruchsvollen Hunderasse reicht Tierliebe allein aber nicht aus. Ihre äußere Erscheinung spricht viele Menschen an. Leider profitieren davon z. B. wilde Hobbyzüchter, denen es ausschließlich ums Geld geht. Denn häufig wird verkannt, dass Aussies – genau wie Border Collies – Arbeitshunde sind. Neben extrem viel Auslauf benötigen sie zielgerichtete Beschäftigung, eine kontinuierliche Aufgabe. Daher eignen sie sich nur bedingt als „Familienhund“ und landen, sobald das von den unerfahrenen Haltern erkannt wird, wieder im Tierheim.Oberste Priorität bei der Vermittlung der Junghunde hatte für die Mitarbeiter im Welpenwaisenhaus daher, dass die Familien, die Tumpo, Mirja und Elena aufnehmen, wirklich viel Zeit haben. Natürlich bevorzugten sie Familien mit langjähriger Hundeerfahrung und Haus mit Garten. Wichtig für die Wahl ist aber immer auch das persönliche „Bauchgefühl“ beim Vor-Ort-Besuch der Interessenten. Dieses ist schwer erklärlich, aber bei den erfahrenen Mitarbeitern in jahrzehntelanger Vermittlungstätigkeit im ehrenamtlichen Tierschutz gewachsen. Daher vertrauen sie darauf. Die Auswahl fiel wirklich nicht leicht. Aus der Vielzahl der Bewerber – es gingen sogar Anfragen aus dem benachbarten Ausland ein – konnten aber die neuen Halter erfolgreich herausfiltert werden. Nach mehreren ausführlichen Telefonaten und persönlichen Gesprächen waren alle drei Hunde Mitte dieses Monats schließlich erfolgreich vermittelt. Wir alle hoffen sehr, dass Tumpo, Mirja und Elena in ihren neuen Familien glücklich sind und viel erleben!

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