50 Schwäne bei Stralsund von Jägern erschossen

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Unsere Partnerstation, das Naturtierheim Ostsee e.V., berichtet über einen besonders prekären Fall von Waidgerechtigkeit in der Nähe von Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern: Wie die Ostsee-Zeitung am 1. Dezember 2015 berichtete, erschossen Jäger auf einem Feld in der Nähe von Stralsund mehr als 50 Schwäne. Für Kreisjägermeister Holger Nebel ist das Verhalten seiner Kollegen nicht verwerflich. „Es wurden keine gesetzlichen Vorgaben verletzt." Nebel verweist auf den Schaden, den die Tiere auf einem Feld anrichten können. Das bestätigt auch Landwirt Deert Rleve, auf dessen Besitz die Vögel geschossen wurden: "Dort wächst dann keine Pflanze mehr." Er betont allerdings, dass er die Jäger nicht gerufen habe. Fast fünf Stunden seien diese im Einsatz gewesen. Danach bot sich ein blutiger Anblick – überall Kadaver. Die Tiere wurden einfach vergraben, nicht einmal ihr Fleisch für den Verzehr genutzt. Tierfreunde und Einwohner des Ortes sind empört. Die Mitarbeiter des Naturtierheims Ostsee e. V. beziehen zu diesem Vorfall klar Stellung: "Als Tierschutzverein, dessen Tätigkeit sich satzungsgemäß nicht allein auf den Schutz der Haus- und Nutztiere, sondern auf die gesamte in Freiheit lebende Tierwelt im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern erstreckt, sind wir entsetzt über diese Bluttat. Gerade in unserem Bundesland treffen wir noch eine reiche Population von Wasservögeln an. Neben heimischen Seeadlern besuchen uns jährlich im Frühjahr und im Herbst abertausende Kraniche an unseren Boddengewässern und eben auch die märchenhaften weißen Schwäne, die auch in unserem Heimatort von Tierfreunden liebevoll versorgt werden. In der Vergangenheit sind wir immer wieder Hinweisen von besorgten Bürgern nachgegangen und haben schon vielen Schwänen helfen können. Vor allem vor diesem Hintergrund macht uns dieser Vorfall fassungslos!"

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