Hund vor Tierheim einfach ausgesetzt!

Das Ehepaar Grünberg
mit dem ausgesetzten Hund.
Quelle: OZ Greifswald

Nur hundert Meter von unserer Partnerstation entfernt, dem Tierheim Greifswald e.V., durchlitt letzte Woche ein schwarzer Labrador-Mix-Rüde Augenblicke voller Angst. Irgendwer hatte das Tier an den Mast einer Straßenlampe gebunden und dann seinem Schicksal überlassen. „Offenbar dachte derjenige, dass der Hund von uns ganz sicher entdeckt würde”, so Tierheimleiterin Silvia Grünberg. “Das war zum Glück ja auch so.” Als sie und ihr Mann an dem Abend auf das von ihnen bewirtschaftete Tierheim zufuhren, wurden sie auf den bellenden Vierbeiner am Wegrand aufmerksam. "Es war schon dunkel. Wir haben unser Auto am Tierheim abgestellt und sind zu der Stelle gegangen, an der wir den Hund gesehen hatten. Doch der hatte es irgendwie geschafft, sich aus dem Geschirr zu befreien, mit dem er an dem Laternenmast angebunden worden war." Auf der Suche nach dem Tier riefen und pfiffen Grünbergs in die Dunkelheit hinein. "Wir haben sogar mit einer Tüte geknistert, um den Hund irgendwie anzulocken", schildert Silvia Grünberg. "Irgendwann kam er auch ganz vorsichtig und wir konnten ihm ohne Probleme eine Leine umwerfen." Das Tier, mutmaßt Silvia Grünberg, müsse ein gutes Zuhause gehabt haben. "Es ist in einem gepflegten Zustand, wohlgenährt und folgt Befehlen. Der Besitzer hat sich offenbar um den Hund gekümmert und ihn wohl auch mal gemocht." Warum er ihn trotzdem sich selbst überließ, wird wohl unbeantwortet bleiben. Für die Grünbergs ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. "Wir bekommen es immer wieder mal mit ausgesetzten Tieren zu tun." Dass Leute ihre Vierbeiner einfach so aussetzen – dafür haben sie wenig Verständnis. "Es kann nicht sein, dass man sich eines Tieres entledigt, weil man keine Lust mehr hat, sich zu kümmern", sagt Silvia Grünberg und fügt hinzu: "Sollte jemand Probleme mit seinem Tier haben, beraten wir ihn gerne."

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