Heldenhafte Katzenmama

Im Sommer 2014 fanden zwei Spaziergänger aus Gersthofen an der Quelle in den Kaltenborner Bergen bei Guben eine Katze und brachten sie ins Tierheim Guben. Ihr Zustand war erbärmlich und versprach nicht viel Hoffnung für ihr weiteres Leben. In der Quarantänebox fing sie sofort an zu fressen und zu trinken. Einige Stunden vergingen. Als die Mitarbeiter des Tierheims wieder nach ihr sahen, trauten sie ihren Augen nicht: neben ihr lagen vier Junge. Diese betreute die Katzenmutter aber nicht, sondern biss sie tot. Bei der Konsultation mit dem Tierarzt stellte sich heraus, dass die Katzenmutter die Jungen nicht hätte aufziehen können, denn sie hatte überhaupt keine Milch, sondern Tumore an der Milchleiste und darüber hinaus ein sehr fortgeschrittenes Alter. Dies hatte die Katze wohl selbst erkannt und bewusst entschieden, dem Leben der Jungen ein Ende zu bereiten, bevor sie verhungern müssen. Sie selbst erholte sich langsam. Der gesamte Gesichtsausdruck veränderte sich zum Positiven, ihr Fell ist inzwischen sehr schön und sie genießt das Leben, so gut es neben ihrer Krankheit und dem Alter geht. Die Finderfamilie ist zur Patenfamilie geworden, sie sind Spender für das Tierheim. Die Gubener Tierheim-Mitarbeiter waren sehr beeindruckt und langfristig berührt von der bewussten Entscheidung der Katzenmutter und werden dieses Erlebnis nicht vergessen. Die Katze bleibt ihnen als Heldenmutter in Erinnerung, die alles für Ihre Kinder tun wollte, was in ihrer Macht stand. Zu mehr hatte sie keine Kraft.

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