Hände weg von Jungtieren!

Immer wieder entfernen Spaziergänger jetzt vermeintlich verlassene Feldhasenbabys aus ihrer natürlichen Umgebung. Auch in unserer Partnerstation, der Wildtierhilfe Lüneburger Heide e.V., wurden Anfang Februar bereits die ersten beiden Jungtiere abgegeben. Dies sollte aber unbedingt vermieden werden – die Tiere wurden nicht verstoßen. Das Muttertier kommt nur für wenige Minuten in der Nacht vorbei, um seine Jungen zu säugen. Den Rest der Zeit sind die Jungen auf sich gestellt. Durch ihr ruhiges Verhalten und ihre Fellfarbe sind sie ausreichend getarnt. Auch dass ein Jungtier allein ohne seine Geschwister in einer muldenförmigen sogenannten "Sasse" sitzt, ist vollkommen normal. Oftmals trennen sich die Kleinen wenige Tage nach der Geburt und verteilen sich auf mehrere Sassen, um so die Überlebenschancen zu erhöhen. Falsche Fürsorge des Menschen wird hier sogar zur potenziellen Gefahr, denn nachdem die ursprünglich geruchsneutralen jungen Hasen von Menschen angefasst wurden, können sie von Fressfeinden gewittert werden. Generell gilt also: „Hände weg von Jungtieren!“Feldhasenbabys sind nur dann auf menschliche Hilfe angewiesen, wenn sie von einer Katze, einem Hund oder von Krähen attackiert werden. In diesem Fall ist immer eine tierärztliche Versorgung notwendig. Sollten Finder unsicher sein, ob ein junger Hase Hilfe benötigt, können sie zunächst in der Wildtierhilfe Lüneburger Heide e.V. unter 05190 – 9849599 anrufen oder den zuständigen Jagdpächter informieren. Bitte versuchen Sie keinesfalls auf eigene Faust ein Tier zu füttern oder aufzuziehen! Sie setzen damit das Leben des Tieres aufs Spiel. Die Aufzucht von Feldhasen gehört nur in Expertenhände!

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