Gassigängerin Isabelle - Update

Foto: Privat

Sowohl Garib als auch Salim haben Probleme beim Umgang mit fremden Hunden, was wohl daran liegt, dass sie als Welpen und Junghunde nicht ausreichend sozialisiert wurden. Wenn man beim Gassigehen mit Garib auf einen anderen Hund trifft, muss man viel Kraft aufwenden, um sie kontrollieren zu können. Sie ist sehr neugierig und will den fremden Hund unbedingt kennenlernen, was natürlich nicht immer möglich ist – ihren Frust äußert Garib dann durch starkes Ziehen an der Leine, Hochspringen, Bellen und Jaulen. Je stärker ihre Bindung zu mir wird und je mehr sie mich als „Rudelführer“ akzeptiert, desto ruhiger wird sie aber auch bei Begegnungen mit anderen Hunden. Mittlerweile hat Garib schon ein paar Hundefreundschaften geknüpft, unter anderem mit meinem ehemaligen Schützling Jamie, die noch vor anderthalb Jahren selbst längst nicht alle anderen Hunde leiden konnte. Nach ein paar angespannten ersten Minuten tauten die beiden auf und spielten sogar ausgelassen miteinander. Auch Salim, der nur Garib als Spielkameradin hat, geht grundsätzlich neugierig auf Artgenossen zu. Allerdings hat er nie gelernt, wie das Kennenlernen unter Hunden normalerweise abläuft, weshalb er in solchen Situationen völlig überfordert ist und unberechenbar reagiert. Weil sich Salim im Umgang mit Garib jedoch sehr souverän zeigt, bin ich davon überzeugt, dass er lernen kann, dieses normale Sozialverhalten auf fremde Hunde zu übertragen. Auch hier kommt Jamie wieder als „Therapiehund“ ins Spiel: Beim ersten gemeinsamen Spaziergang war Salim sehr aufgeregt und unausgeglichen – die beiden Hunde einfach so aufeinander treffen zu lassen, wäre riskant gewesen. Nach etwa einer halben Stunde beruhigte sich Salim langsam, sodass Jamie und er schließlich links und rechts von mir ruhig und entspannt nebeneinander gehen konnten. Bis man die beiden endgültig zusammenführen und auch mit anderen Hunden arbeiten kann, sind sicher noch einige Übungsstunden notwendig, aber der erste wichtige Schritt ist gemacht.

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