Bobtail-Mix Bennie wäre ein meisterlicher Türsteher

Sorgenkind Mai: Bennie

Seine einzige Verbindung zur Außenwelt bestand darin, durch das Küchenfenster in einen im Verhältnis zum Hund winzigen Zwinger zu springen, um dort seine Notdurft zu verrichten. Nachdem sein Halter verstarb, brachte dessen sehr betagte Mutter das Tier im März des letzten Jahres zum TM-Partner, dem Geißblatthof in Warpe.

Dort präsentierte sich Bennie anfänglich als rüpelhafter Pöbler: In der Gruppe setze er sich stets über die ersten Stufen des Drohverhaltens hinweg und quittierte kleine Provokationen der anderen Rüden immer sofort mit Abschnappen. Bei den Hündinnen hingegen tolerierte er selbst die schlimmsten Zicken und kuschte immer. Mit viel Geduld, extremem Einfühlungsvermögen und konsequentem Maulkorbtraining gelang es den erfahrenen Stationsleitern Linda und Bernd Christoph über viele Monate, das traumatisierte Tier zu sozialisieren. Der Weg war lang, doch Bennie hat sich gewaltig entwickelt. Inzwischen ist sein Verhalten im Rudel wirklich stabil und er ist nahezu souverän darin, Ärger aus dem Weg zu gehen oder sich mit moderateren Drohgebärden Respekt zu verschaffen. Geschnappt hat er - egal in welcher Gruppe - ewig nicht mehr. Er lässt sich problemlos im Auto chauffieren, hat keine Not damit, alleine zu sein und bleibt durch seinen nicht vorhandenen Jagdtrieb auch ohne Leine bei Fuß.

Aber Achtung: Ein Kuschelhund ist Bennie wirklich nur, wenn ihm die ihn umgebenden Menschen vertraut sind! Aus der fälschlichen Annahme heraus, dass er bei allen sofort zugänglich ist, haben sich schon einige Interessenten letztendlich doch dagegen entschieden, Bennie ein neues Zuhause zu geben. Den Bobtail-Genen ist eine extrem ausgeprägte Wachsamkeit geschuldet, über die seine puschelige Optik leicht hinwegtäuscht. Er benötigt eine resolute Führung, und Menschen, die Bennie nicht kennt, müssen ihm unbedingt eingangs vorgestellt werden! Wer diese Regeln beachtet, bekommt kein Problem mit ihm – da hält er dem Vergleich mit einem pflichtbewussten Türsteher locker stand.

Menschen mit Hundeerfahrung bzw. konsequentem Auftreten und keinem täglichen „Partybedürfnis“ wären für Bennie daher wünschenswert. Nicht geeignet sind dagegen potenzielle Halter*innen, die sehr viel Besuch von wechselnden Menschen erhalten. Bei Kindern, die ab und an mal Spielgäste nach Hause bekommen, besteht natürlich die Möglichkeit, Bennie einen Maulkorb umzumachen, den er völlig anstandslos trägt. Doch bei ständigem Trubel und wechselndem Kommen und Gehen ist dies natürlich keine artgerechte Lösung!

Bennie ist ein wirklich großartiger Hund, der so weit gekommen ist – darf er mit Ihnen den nächsten Schritt gehen? Dann melden Sie sich gern telefonisch unter 05022-260 und vereinbaren Sie einen Termin für ein erstes Kennenlernen. Nutzen Sie bitte auch unbedingt den Anrufbeantworter!

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